Konzeption von Wissenstransfer

Sachbücher nehmen im gegenwärtigen Buchmarkt eine bedeutende Stellung ein, da sie Wissen strukturiert, verständlich und praxisorientiert vermitteln. Für Autor*innen stellt die Konzeption eines erfolgreichen Sachbuchs jedoch eine komplexe Aufgabe dar, die strategisches Denken, analytische Fähigkeiten und ein professionelles Projekt-management voraussetzt. Erfolgreiches Sachbuchschreiben ist weniger ein kreativer Akt als vielmehr ein zielgerichteter Prozess, der Planungs-, Strukturierungs- und Kommunikationskompetenzen vereint. Joachim Hermannis Beitrag analysiert zentrale Erfolgsfaktoren beim Verfassen eines Sachbuchs und integriert Erkenntnisse aus der Schreibforschung, Erfahrungen professioneller Autor*innen sowie praxisorientierte Empfehlungen aus der einschlägigen Ratgeberliteratur.

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Interview mit Prof. Dr. Hermanni zu Konzeption von Wissenstransfer

Wenn heute von Medienkultur die Rede ist, wird das Buch als Kommunikationsmittel häufig ausgeklammert. Woran liegt das?

Professor Hermanni: Bücher gelten oft als „klassisches“ Medium, während sich die öffentliche Aufmerksamkeit gegenwärtig stark auf soziale Netzwerke, Streaming oder KI richtet. Dabei bleibt das Buch eines der wichtigsten Kulturmedien überhaupt. Bücher strukturieren Wissen, prägen gesellschaftliche Debatten und schaffen kulturelles Gedächtnis.

Gleichzeitig befindet sich die Branche im Wandel: In Deutschland erscheinen jährlich rund 65.000 bis 70.000 Neuerscheinungen. Zugleich sinken die Käuferzahlen, während Kosten- und Bürokratieaufwand steigen. Besonders stark zeigt sich der Wandel im wissenschaftlichen Publikationsmarkt: Dort liegt der digitale Anteil inzwischen schätzungsweise bei 50 bis 70 Prozent. Downloads, Datenbanken und digitale Plattformen prägen heute viele Fachverlage stärker als das gedruckte Buch.

Im Juli 2026 erscheint mit „Medienpsychologie: Theorien, Wirkungen und digitale Dynamiken“ Ihr 15. Buch – diesmal im utb-Verlag. Was motiviert Sie immer wieder zum Schreiben?

Professor Hermanni: Schreiben ist für mich eine Form gesellschaftlicher Reflexion. Viele Themen entstehen aus Beobachtungen des digitalen Wandels oder aus wissenschaftlichen Diskussionen. Bücher ermöglichen Vertiefung und Kontext – etwas, das in der schnellen digitalen Kommunikation häufig verloren geht. Ich publiziere deshalb nicht nur, um Wissen zu vermitteln, sondern auch, um gesellschaftliche Entwicklungen besser zu verstehen und zur Diskussion zu stellen.

Ihre Bücher erreichen inzwischen über 2,5 Millionen Downloads und Verkäufe. Hat sich dadurch Ihr Blick auf die heutige Medienkultur verändert?

Professor Hermanni: Ja, in digitalen Medien entsteht Sichtbarkeit häufig in kurzer Zeit – und verschwindet oft ebenso rasch wieder. Bücher wirken anders – langfristiger, nachhaltiger und oft auch substanzieller. Gerade deshalb halte ich sie für ein wichtiges Kulturmedium.

Warum sollten Menschen heute noch ein eigenes Buch veröffentlichen?

Professor Hermanni: Ein Buch macht Expertise sichtbar und kann die berufliche Reputation stärken. Wichtig ist allerdings, dass das Thema genügend Tiefe besitzt, sich an konkrete Zielgruppen richtet und eine klare Funktion erfüllt – etwa Wissen zu vermitteln oder Orientierung zu geben.

Wer ein Buch schreibt, entwickelt nicht nur ein Produkt, sondern formuliert immer auch eine eigene Perspektive auf Medien, Gesellschaft und Kultur. Weitere konkrete Empfehlungen zum Buchschreiben finden Interessierte unter buch-schreiben.com