Erforschung von Igbo-Trommeln

Die Ikoro-Schlitztrommel kann als starkes Symbol für gemeinschaftliche Identität und Einigkeit unter dem Volk der Igbo verstanden werden. Diese Untersuchung beleuchtet die geografische Verbreitung des Instruments, seine formalen Merkmale und seine vielfältigen Verwendungen in den Kulturregionen der Igbo. Durch die Kombination historischer Quellen mit Primärdaten, die durch Beobachtung und Interviews gewonnen wurden, wendet die Studie historische, funktionale und ästhetische Ansätze an, um die kulturelle Bedeutung der Trommel zu erkunden. Die Ikoro und ihre Ästhetik spiegeln Traditionen wider, die im Laufe der Zeit Bestand hatten, ungeachtet der Herausforderungen durch die (Post-)Moderne und den Einfluss importierter Religionen. Die Forschung verdeutlicht, wie ein Kulturgegenstand über verschiedene historische Epochen und regionale Kontexte hinweg Bedeutung transportieren, wandeln und vermitteln kann.

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Interview mit Dr. Ndubuisi Nnanna über die Erforschung der Igbo-Trommeln

ZMK: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Ikoro-Schlitztrommel zu erforschen?

NNANNA: In den meisten Teilen des Igbo-Landes, insbesondere in den im Beitrag erwähnten, stirbt die Tradition der Ikoro-Trommel infolge der Modernität und damit verbundener Kulturen, wie zum Beispiel dem Christentum, allmählich aus. Einige Christen betrachten die Ikoro-Trommel als fetischistisches Objekt, weshalb radikale Christen alles daran setzen, die sicheren Aufbewahrungsorte der Trommeln niederzubrennen. Nur wenige der Trommeln überleben diese Angriffe. Eine Motivation für die Forschung war daher die Notwendigkeit, die Geschichte der Ikoro-Trommel als kulturelles Artefakt zu bewahren. Man kann daher sagen, dass der Beitrag den Versuch einer Bewahrung indigenen Wissens darstellt. Eine weitere Dimension des Forschungsproblems ist die Tatsache, dass die jüngere Generation kein Interesse an der Ikoro-Trommel-Tradition zu haben scheint. Eine Unterlassung der Wissensdokumentation würde daher unweigerlich zu einer Wissenslücke führen, die bei der zukünftigen Überlieferung der mündlichen Geschichte ein Problem darstellen könnte.

ZMK: Woher stammt das Wort „Ikoro“ und was bedeutet es wörtlich?

NNANNA: Das Wort ist eigentlich der Name eines Tanzes, der der Trommel zugeschrieben wird. Er wird Ikoro-Tanz genannt und ist der Ritualtanz einer Kultgruppe namens Ozo-Titelgruppe. Der Tanz ist esoterisch, und die Ikoro-Trommel ist das Hauptinstrument, das den komplizierten und hochgradig symbolischen Rhythmus erzeugt, nach dem die Mitglieder der titeltragenden Gruppe tanzen.


ZMK: Was war die interessanteste Geschichte, die Ihnen Ihre Interviewpartner über die Trommel erzählt haben?

NNANNA: Die Geschichte über den Ozo-Tanzschritt war mit Sicherheit die interessanteste, da der Tanz komplex und stark stylisiert ist, sodass Nichteingeweihte bei seiner Darbietung verwirrt werden. Für den Nichteingeweihten sind die Tanzschritte bedeutungslos und widersprüchlich, da sie dem Rhythmus der Trommeln nicht zu folgen scheinen. Man muss im Rahmen des Initiationsprozesses der Kultgruppe eine gewisse Einführung durchlaufen, um die Feinheiten der Ozo-Tanzschritte zu verstehen, die den Eingeweihten eine tiefere Bedeutung symbolisch vermitteln. Der Ikoro-Tanz stellt somit eine Art kulturellen Thesaurus dar.


ZMK:
Spielt die Trommel in benachbarten ethnischen Gruppen eine Rolle?

NNANNA: Ja, in einigen von ihnen tut sie das. Zum Beispiel bei der ethnischen Gruppe der Igala im Bundesstaat Kogi. Die Igbo und die Igala teilen Traditionen. So findet sich beispielsweise das Ikenga-Objekt, das in der Igbo-Kultur die spirituelle Autorität eines Mannes repräsentiert, auch bei den Igala-Leuten, die es Ikanga nennen. Zwar weiß ich nicht genau, welcher Stamm von welchem gelernt hat, aber die Ikoro-Tradition existiert in beiden ethnischen Gruppen und nimmt bei ihnen dieselbe kulturelle Rolle ein.

ZMK: Fällt Ihnen ein weiteres Objekt in Nigeria ein, das eine starke Bedeutung besitzt, und wenn ja, welches?

NNANNA: Ja, aber einige davon sind keine Musikinstrumente. Das Ikenga, das ich zuvor erwähnt habe, ist eines davon. Es besitzt starke spirituelle bzw. soziale Kraft und einen hohen Wert. Es gibt persönliche, familiäre und gemeinschaftliche Ikenga, und diese gelten als Verleiher von spiritueller und politischer Autorität an diejenigen, die sie besitzen, wobei sie je nach ihrem Status unterschiedliche Funktionen erfüllen. Beispielsweise verleiht das persönliche Ikenga einem Mann individuelle Autorität, die es ihm ermöglicht, seine Familie und seinen Privatbesitz zu verwalten, während das gemeinschaftliche Ikenga, das der Gemeinschaft gehört, vom ältesten Mann und dem Priesteroberhaupt aufbewahrt wird, die als Einzige im Namen der Gemeinschaft Opfergaben darauf gießen dürfen. Einige Musikinstrumente wie der metallene Gong haben ebenfalls eine starke kulturelle Signifikanz und Bedeutung, wenn auch keine im eigentlichen Sinne spirituelle. Sie dienen jedoch hauptsächlich ästhetischen und Unterhaltungszwecken, obwohl die von ihnen erzeugte Musik auch rituelle Bedeutung haben kann, beispielsweise zur Anrufung von Göttern und anderen spirituellen Wesen.


ZMK: Inspiriert die Ikoro-Trommel junge Künstler, und wenn ja, wie entwickeln sie die Tradition weiter?

NNANNA: In der Kunst, insbesondere an der Kunstschule in Nsukka, versuchen wir, die Ikoro-Tradition wiederzubeleben, und das ist auch einer der Aspekte, die unsere Forschung für den hier besprochenen Beitrag angeregt haben. Die Idee der natürlichen Synthese spielte bei der Formulierung unseres Forschungsziels eine Rolle. Das Ziel bestand darin, alte und schwindende Traditionen zu identifizieren und modernes bzw. westliches Wissen einfließen zu lassen, um zu sehen, wie sie sich kombinieren lassen, um wertvolles und nachhaltiges Wissen zu erzeugen, indem Studierende und Lehrkräfte in das Schreiben und andere Forschungsaktivitäten einschließlich Aufführungs- und Medienpraktiken einbezogen werden.