CHORA

Die fotografische Serie „Chora“ entsteht im analogen Stereo-Verfahren und erzeugt mittels Rot-Grün-Brille eine dreidimensionale Bildtiefe, die ein immersives Erleben der dargestellten Szenen ermöglicht. Der Titel bezieht sich auf Platons Begriff der „Chora“ als ursprünglichen Raum des Werdens. Sunder-Plassmann versteht ihre Arbeiten als visuelle Verortung flüchtiger Wirklichkeiten. Die Serie zeigt kubanische Alltagsszenen im Spannungsfeld von Stillstand und Veränderung und macht zugleich soziale Fragilität erfahrbar.

Andrea Sunder-Plassmann ist bildende Künstlerin, Kuratorin und ehemalige Professorin mit stark international geprägter Praxis. Sie initiierte zahlreiche Auslandsprojekte, besonders in Lateinamerika, und arbeitete u. a. in Kuba, Peru und Kolumbien. 2009 gründete sie mit Dagmar Wohler und Frency Fernández das Forschungsprojekt senseLAB, das sich mit sinnlicher Wahrnehmung in künstlerischen und sozialen Kontexten befasst. Daraus entwickelte sich eine enge Verbindung zu Kuba; heute ist sie regelmäßig in Havanna und als „Professora Invitada“ an der ISA tätig.