Pattern of the earth

Dieses Projekt betrachtet Wissen nicht als feststehenden Besitz, sondern als einen fortlaufenden, vorläufigen Prozess, der durch Wahrnehmung, Einordnung und Interpretation geprägt ist. Es führtNullals epistemische Basislinie eineinen Zustand, in dem Beobachtung vor Beurteilung steht und Annahmen minimiert werden. Aus diesem Zustand heraus entsteht Bedeutung durch Wahrnehmung, wobei der Beobachter eine aktive Rolle beim Aufbau von Wissen spielt, anstatt es passiv zu entdecken. Mit zunehmender Beobachtung bilden sich Muster und das Verständnis stabilisiert sich, was oft die Illusion von Vollständigkeit erzeugt. Das Projekt kritisiert diesen Moment und zeigt, wie sich teilweises Verständnis zu einer festen Überzeugung verfestigen kann, was zu Überheblichkeit und der falschen Vermischung von Modellen mit der Realität führt. Es betont, dass alles Wissen durch wahrnehmungsbezogene, sprachliche und methodische Grenzen begrenzt ist, wodurch echte Vollständigkeit unerreichbar wird. Unendlichkeit wird nicht als Endpunkt betrachtet, sondern als eine Richtung der Untersuchung, die Überfluss und Unsicherheit offenbart. Wenn die Gewissheit an diesen Grenzen zusammenbricht, erneuert sich die Untersuchung und kehrt zu einem verfeinerten Zustand der Null zurück, der eher durch Demut als durch Unwissenheit gekennzeichnet ist. Kino und Fotojournalismus werden als Forschungsmethoden eingesetzt, um Unsicherheit, Dauer und Offenheit effektiver zu vermitteln als rein erklärende Modelle. Letztendlich plädiert das Projekt dafür, „bei der Frage zu bleiben” und Wissen als einen zyklischen, sich entwickelnden Prozess zu betrachten, der grundsätzlich unvollständig bleibt.