Forschung

Mit dem Begriff „Kultur“ sieht es allerdings ähnlich aus wie mit dem Medienbegriff; auch hier gibt es sehr weites Bedeutungsspektrum: Abgeleitet vom lateinischen „cultura“ umfasst er das Bedeutungsfeld „(be)wohnen“, das in Richtung Alltagswelt deutet,- das Feld „pflegen, schmücken, ausbilden“, das „Höherwertiges“ bezeichnet,- dann noch „verehren, anbeten, feiern“ mit Blick auf rituelle und religiöse Aspekte“,- sowie „Ackerbau betreiben“, was wir in Begriffen wie „Kulturpflanze“ oder „Bakterienkultur“ wiederfinden. Treffend nutzte eine SWR-Dokumentation (2021) den Hashtag #cultureiseverything. Wie jedes sehr umfassende Konzept ist „Kultur“ natürlich auch problematisch, schon alleine, weil die Definition selbst eine kulturelle Festlegung ist und sich natürlich auch die Frage stellt, wann man von Kultur im Singular und wann von Kulturen spricht bzw. wie diese voneinander und vom Gegenbegriff „Natur“ abgegrenzt werden können. 

Medienkultur setzt sich also aus zwei kaum definierbaren Begriffen zusammen. Ferner kann es um durch Medien vermittelte Kultur gehen, um Kultur, die sich mit Medien auseinandersetzt oder um Medien entwickelt, oder um die Frage, wie Medien in einem bestimmten kulturellen Kontext geschaffen bzw. genutzt werden. 

Mit einem Zentrum für Medienkultur haben wir uns also eine große Herausforderung vorgenommen. Unsere Ziel ist es, sich der Kultur rund um Medien aus interdisziplinären Perspektiven zu nähern und die Zusammenarbeit verschiedener fachlicher Traditionen und von Akteuren aus Praxis, Kunst und Wissenschaft zu fördern. In unserer Arbeit sollen traditionell-wissenschaftliche und innovative bzw. künstlerische Ansätze gleichwertig Berücksichtigung finden.